Gesunde Ernährung: Häufige Irrtümer

Fette sind Träger fettlöslicher Vitamine

Stimmt. Fett enthält mehr Kalorien als Kohlenhydrate und Proteine – daher kommt es bei übermäßigem Konsum schneller zu Übergewicht. Grund dafür ist unsere unendlich große Speicherkapazität – was in gewissem Rahmen auch nützlich ist. Denn die Fette bilden direkt unter der Haut eine Schicht, die die Körperwärme speichert und die äußere Kälte fern hält. Zusätzlich beinhaltet das Gewebe die Vorstufe von Vitamin D. Ein gewisses Fettpolster an den richtigen Stellen schützt vor allem unsere inneren Organe wie z. B. die Nieren. Ohne Fette könnte der Organismus die Vitamine A, D, E und K nicht verwerten, schon allein deswegen sind Fette wichtig für eine gesunde Ernährung. Sie lösen sich nur in diesen Stoffen. Greift im Rahmen einer gesunden Ernährung also eher zu Pflanzenfetten und Ölen, denn diese sind reich an ungesättigten Fettsäuren.

Süßstoff hilft Kalorien sparen

Stimmt. Süßstoffe enthalten praktisch keine Kalorien und schmecken viel süßer als Zucker. Manche fürchten, dass Süßstoffe ganz im Gegenteil eher noch den Appetit anregen, aber Studien zeigen, dass dem nicht so ist, informiert die DGE. Also: Um Kalorien zu sparen, können Süßstoffe sinnvoll sein. Aber auch ohne sie ist eine gesunde Ernährung möglich.

“Zuckerfrei” heißt “ohne Zucker”

Falsch. Es gibt neben unserem üblichen Haushaltszucker noch verschiedene Zuckerarten – Traubenzucker, Fruchtzucker, Malzzucker, Milchzucker und noch viele mehr. Der Gesetzgeber hat in der Zuckerartenverordnung jedoch lediglich die Saccharose, also den Rohr- bzw. Rübenzucker, als Zucker definiert. Alle weiteren Sorten sind dementsprechend kein Zucker. Die Lebensmittel, die mit ihnen hergestellt werden, können daher als “zuckerfrei” verkauft werden.

Vegetarier leben länger

Stimmt teilweise. Es gab inzwischen mehrere Studien, die der Frage nachgingen, ob Vegetarier länger leben als Fleischesser. Das Ergebnis ist, dass bei Vegetariern wirklich ein geringeres frühes Sterblichkeitsrisiko festgestellt werden konnte. Allerdings konnte der Nachweis, dass die längere Lebenserwartung etwas mit dem Fleischkonsum zu tun hat, nicht erbracht werden. Es scheint eher so zu sein, dass Vegetarier nicht deshalb länger leben, weil sie kein Fleisch essen, sondern weil sie eine insgesamt gesunde Lebensweise und eine gesunde Ernährung pflegen.

Vitamin C schützt uns vor Erkältungen

Leider nein. Diese Behauptung des Nobelpreisträgers Linus Pauling konnte selbst in sorgfältig durchgeführten Studien nicht bestätigt werden. Wir glauben halt gern daran – und schaden tut’s auch nicht.

Spinat enthält besonders viel Eisen

Falsch. Als ein Schweizer Physiologe den Eisengehalt von Spinat berechnete, war er von 100 g getrockneter Ware ausgegangen, die 35 mg Eisen enthielt. Da dieses Gemüse zu 90 Prozent aus Wasser besteht, bezog sich der Wert also auf ein Kilo Spinat. Ein einfacher Übertragungsfehler. Fleisch, Hülsenfrüchte, Ölsamen, Nüsse und Vollkorngetreide enthalten mehr Eisen und können besser dazu beitragen, den Eisenbedarf über eine gesunde Ernährung zu decken.

Light-Produkte helfen beim Abnehmen

Falsch. Bei diesen “abgespeckten” Nahrungsmitteln wird Zucker durch mehr Fett ersetzt oder ein geringerer Fettanteil durch mehr Zucker: Da muss man genau hinschauen. Diese Produkte machen also nur den Geldbeutel leichter – Light-Produkte gehören nicht unbedingt zu einer gesunden Ernährung dazu.

Margarine hat weniger Kalorien als Butter

Stimmt teilweise. Der Kaloriengehalt dieser beiden Fette ist fast identisch: 100 g Butter enthalten 754 Kalorien, 100 g Margarine 722 Kalorien. Wer gesund essen will, kann sowohl Butter als auch Margarine essen.

Wenn man gar nichts isst, nimmt man am schnellsten ab

Eindeutig nein! Denn der Körper schaltet dann auf “Sparflamme” um und verbraucht weniger Kalorien. Bei einer gesunden Ernährung dagegen muss der Körper “arbeiten”, um die Nahrung zu verdauen. Das kostet Kalorien und führt zur Gewichtsabnahme. Ein weiterer Nachteil, wenn ihr gar nichts esst: Ihr nehmt auch schneller wieder zu. Denn auch wenn ihr danach wieder anfangt, normal zu essen, bleibt der Körper auf Sparflamme. Alles, was er dann nicht verbrennt, speichert er für “schlechte Zeiten”

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